Zurück nach Afrika
Die Fotografin
Gabriela Staebler ist eine der besten, international anerkannten Naturfotografinnen. Sie erlernte das Know-How der Wildlife-Fotografie autodidaktisch und arbeitet seit 1989 freiberuflich als Fotografin und Autorin für Zeitschriften-, Buch- und Kalenderverlage im In- und Ausland. Selbst das renommierte Magazin National Geographic verwendet Bildmaterial von Gabriela Staebler.
Darüber hinaus präsentiert sie ihre Arbeiten regelmäßig im Rahmen von Ausstellungen, Diavorträgen, Fernseh- und Radiosendungen, Lesungen und Foto-Workshops. Ihr Spezialgebiet ist die Natur- und die Tierwelt Afrikas. Viele Ihrer Bilder gewannen Preise bei internationalen Foto-Wettbewerben. Von Gabriela Staebler sind bislang fünf Jugend-Sachbücher erschienen. "Zurück nach Afrika" ist ihr erster exklusiver Fotobildband über afrikanische Wildtiere.
Mehrmals im Jahr ist die Fotografin für einige Wochen mit Zelt und Geländewagen unterwegs auf Motivsuche in den Naturreservaten und Schutzgebieten Afrikas. Nicht nur der Dokumentation wilder Tiere in faszinierenden Bildern sondern auch Verhaltensstudien von Tieren in ihrer natürlichen Umwelt gilt das Hauptinteresse.
Jedes Bild ist eine naturgetreue und genaue Wiedergabe des
Tierverhaltens in freier Wildbahn. Kein Tier wurde während der fotografischen
Arbeit in seiner Verhaltensweise beeinflusst oder gar gestört. Bei den
Fotografien in diesem Werk handelt es sich um Originalaufnahmen, die nicht
digital verändert wurden.
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"Die Ursprünglichkeit und Ehrlichkeit Afrikas geht
unter die Haut, zwingt zur nachdenklichen Besinnung. Die Wildheit Afrikas
ist Wirklichkeit, grausam und schön, vielfältig, üppig und
faszinierend. Afrika ist ein Kontinent voller Rätsel, Romantik und Abenteuer.
Die Bilder von Gabriela Staebler erzählen diese Geschichte."
Dr. Eberhard J. Wormer, Publizist, München
"Es ist Gabriela Staebler mit diesem Buch gelungen,
nicht nur die Schönheit Afrikas und seiner tierischen Bewohner darzustellen,
sondern auch die Magie zu vermitteln, welche schon die berühmten Tierfilmer
Vater und Sohn Grzimek empfunden haben, als sie in der Serengeti unterwegs
waren."
Dr. Markus Borner, Zoologische Gesellschaft Frankfurt
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Pressekommentare
Ein ansprechend gestalteter Band,
der uns die atemberaubende Schönheit der Natur in stimmungsvollen Bildern
vor Augen führt.
FOTOMAGAZIN
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Der farbenprächtige, aufwendig gestaltete Bildband
ist eine Liebeserklärung an den afrikanischen Kontinent.
PHOTOGRAPHIE
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Ein optischer Hochgenuß!
JOURNAL FÜR DIE FRAU
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Ein Glücksgriff, eine Meisterleistung, erschienen
in der Edition Reuss.
WESTFALEN BLATT
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Packende Bilder ungefilterter Natur. Die Fotografin Gabriela
Staebler legt einen beeindruckenden Band in der Edition Reuss vor.
GIESSENER ALLGEMEINE
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Eine Liebeserklärung an den ungezähmten afrikanischen
Kontinent.
FREIE PRESSE
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Der grandiose Bildband ist eine bezaubernde Ode an die
Natur; schönere, sensiblere Tierporträts gibt es nicht.
NÜRNBERGER NACHRICHTEN
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Coffetable-Books sind Visitenkarten nobler Häuser.
Zurück nach Afrika gehört zu den Schönsten.
BUNTE
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Natur in ihrer schönsten Form. Für Afrikafreunde
und Tierliebhaber ein Fest.
STERN
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Mit diesem Buch ist es gelungen, nicht nur die Schönheit
Afrikas und seiner tierischen Bewohner darzustellen, sondern auch die Magie
zu vermitteln.
NATURBLICK
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Unglaublich, welch packenden und anrührenden Szenen
die Tierfotografin Gabriela Staebler eingefangen hat. Das puristische Layout
tut dem Auge gut.
TOURS - REISEMAGAZIN
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Spitzenplatz 4 in den "Top 10 der Bildbände"
der GEO-Bestsellerliste 12/2003!!
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Außergewöhnliche Bilder einer außergewöhnlichen
Frau.
MÜNCHNER MERKUR
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Noch nie hat der Betrachter einen so prächtigen,
ehrlichen, einfach schönen Bildband der afrikanischen Fauna gehabt.
REUTLINGER GENERALANZEIGER
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Entscheidende Momente der wilden Tiere. In diesem
Buch sind sie festgehalten.
FAZ
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Vorwort dieses Buches
"Hier bin ich, wo ich sein sollte." Tania Blixen
Immer liebte ich es, "draußen" zu sein, zu beobachten, zu erforschen, zu erkunden, zu begreifen. In Afrika entdeckte ich meine Idealvorstellung von "Natur" in der wirklichen Welt - eine Welt, die den Menschen nicht nur mit wilden Tieren, sondern auch mit den eigenen Instinkten konfrontiert. Leidenschaft für die Naturfotografie, vielleicht auch ahnungsvolle Sehnsucht zieht mich seit vielen Jahren immer wieder zu jenem Kontinent hin, der als die Wiege der Menschheit gilt. Dort tauche ich in magische Seelenlandschaften ein und erliege ihrem Zauber. In den Reservaten und Schutzgebieten von Kenia,Tanzania, Namibia, Zimbabwe, Botswana und Südafrika suchte und fand ich die Quintessenz afrikanischer Wildnis. Afrika ist zu meiner zweiten Heimat geworden.
Wenn ich in Afrika fotografiere, folge ich auch dem archaischen Trieb der Jagd. Meine Beute sind die Bilder. Und diese Jagd ist dann erfolgreich, wenn Bilder entstehen, die ursprüngliches Verhalten dokumentieren, Stimmungen oder flüchtige Aufnahmen festhalten und den Betrachter mitten ins Herz treffen.
Um meine fotografischen Ideen verwirklichen und meine Kreativität auszuleben zu können, brauche ich Harmonie und Stille. Deshalb bin ich entweder allein oder zusammen mit meinem Lebensgefährten unterwegs. Meist verzichte ich auf die Annehmlichkeiten einer Safari-Lodge und zelte lieber in der Wildnis. Für fehlenden Komfort werde ich reichlich entschädigt: Im Mondlicht ziehen Elefantenherden vorüber. Ein Flusspferd grast nachts in der Nähe meines Zeltes. Wunderbare, nur von Tierlauten unterbrochene Stille umgibt mich. Eindrücke voller Emotion, die sich in meinen Bildern wiederfindet.
Wilde Tiere zu fotografieren, ohne fundierte Kenntnisse über ihr Verhalten zu haben, wäre unprofessionell und belanglos. Wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit ist daher die sorgfältige wissenschaftliche Vorbereitung. Zoologisches Wissen und eine Portion gesunder Menschenverstand schützen mich davor, in gefährliche Situationen zu geraten. Es ist ein Privileg, in Afrikas Wildnis fotografieren zu dürfen und ich weiß dies sehr zu schätzen. Die ungeschriebenen Gesetze der Wildnis und die Verhaltensregeln des jeweiligen Nationalparks müssen unbedingt respektiert werden.
Für die Wildlife-Fotografie in Afrika benötigt man eine spezielle technische Ausrüstung. Meist fotografiere ich aus einem Geländewagen heraus mit Hilfe eines stabilen Stativs, das unter der Dachluke montiert wird. Für bodennahe Perspektiven benutze ich mein Fensterstativ, eine solide Stahlplatte mit aufliegendem Bohnensack. Da die Kameraobjektive eine sehr große Reichweite besitzen, kann ich weit genug von den Tieren entfernt bleiben und ihr natürliches Verhalten ohne zu stören beobachten.
Die Stimmen der Nacht legen häufig fest, wie mein Arbeitstag verlaufen wird: Die Geräuschkulisse um Beute streitender Löwen und Hyänen verrät mir lange vor Sonnenaufgang, in welche Richtung ich nach Tagesanbruch fahren muss, um die Raubtiere mit großer Wahrscheinlichkeit zu finden. Die Jagd nach den Bildern beginnt in der Regel eine Stunde vor Sonnenaufgang. Im frühen Tageslicht kann ich die besten Situationen einfangen. Licht hat in Afrika eine besondere Qualität. Es ist wärmer und intensiver als in unseren nördlichen Breiten. Ich nutze diese Lichtverhältnisse bevorzugt zwei Stunden nach Sonnenaufgang sowie zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Während der Dämmerung vollzieht sich am Himmel oft ein grandioses Farbenspiel in Rot oder Purpur. Tagsüber gibt es für den Fotografen wenig zu tun - es sei denn, dramatische Aktionen kündigen sich an: Kämpfende Elefantenbullen, jagende Geparde oder angriffslustige Löwen lasse ich zu keiner Tageszeit aus. Bei aufziehenden Gewittern, Sandstürmen oder Buschfeuern verändern sich die Lichtverhältnisse und einzigartige Stimmungsbilder afrikanischer Landschaft können entstehen. Meine Lieblingsmotive sind jedoch Raubkatzen und alle Jungtiere.
Hauptbeschäftigung des Wildlife-Fotografen ist nicht das Fotografieren, sondern das Warten auf den richtigen Augenblick. Meist verbringe ich den Tag beobachtend in meinem mobilen Ansitz, dem Geländewagen. Das ist zwar unbequem, aber niemals langweilig. Ich genieße es sehr, einfach still dazusitzen und meine Umgebung zu beobachten: Habe ich morgens einen Leoparden auf einer Akazie entdeckt, wird er wahrscheinlich den ganzen Tag dort verschlafen. Ich mache mich dann auf viele heiße Stunden geduldigen Abwartens in meinem Fahrzeug gefasst, harre hartnäckig aus. Wegfahren und später wiederkommen ist ein viel zu großes Risiko, den entscheidenden Moment zu verpassen. "Erwarte immer das Unerwartete" ist mein Leitspruch, der sich in vielen Situationen bewährt hat. Der Fotograf muss akzeptieren, dass es für das besondere, das einmalige und außergewöhnliche Bild nur eine einzige Chance gibt - kein zweites Mal.
Unerschütterliche Geduld und schnelle Reaktion sind die wichtigsten Eigenschaften des Naturfotografen. Selbstvertrauen, Instinkt und gründliche Vorbereitung schaffen darüber hinaus die besten Voraussetzungen für ein gelungenes Bild. Häufig werfen auch die kommenden Ereignisse ihre Schatten voraus: Als ich in der Nähe eines Leoparden auf der Lauer lag, hörte ich plötzlich den schrillen Schrei eines Klippschliefers. Dieses Warngeräusch bedeutete, dass Gefahr im Verzug war. Tatsächlich streiften Löwen in die Richtung "meines" Leoparden. Ich fragte mich, ob es für die gefleckte Raubkatze schon zu spät war, sich in Sicherheit zu bringen, und hoffte, dass das Tier höher hinauf klettern würde. Der rettende Weg führte über einen dicken schattenfreien Ast. Ich brachte mein Fahrzeug in die optimale Beobachtungsposition. Das Licht stimmte, der Hintergrund war makellos und ich war bereit, meine Beute mit der Kamera einzufangen. Endlich erhob sich der Leopard und stieg gähnend höher. Die Zeit reichte, um einige Aufnahmen zu machen - eine davon wurde bei einem Wettbewerb ausgezeichnet.
Ortskenntnis und Wissen über die Lebensgewohnheiten und
Verhaltensweisen der Tiere erspart planloses Herumfahren: Hyänen- oder
Schakaljunge können nur am frühen Morgen beobachtet werden oder
am späten Abend, wenn sie in der Nähe ihres Baus spielen. Elefanten
sind oft mittags beim Trinken und Baden an einer bestimmten Stelle am Fluss
zu finden. Und über den ganzen Tag verteilt besuchen verschiedene Grasfresser
und Vögel, gelegentlich auch Raubtiere die Wasserlöcher. Zum richtigen
Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, entscheidet über den Ertrag der fotografischen
Ausbeute. Auch eine Portion Glück gehört dazu, doch die Praxis lehrt:
Je mehr Zeit und Geduld investiert wird, desto mehr "Glück"
ist zu erwarten.
Viele Jahre Erfahrung mit Wildlife-Fotografie machen nicht nur wählerisch in Bezug auf die Motive, sondern schulen auch das Auge für die Wahrnehmung des Besonderen und Außergewöhnlichen. Im Augenblick des Fotografierens tauche ich in eine andere Dimension ein. Ich verliere jedes Zeitgefühl. Alles um mich herum ist dann wie ausgelöscht. Und ich bin so sehr mit dem Motiv oder dem Geschehen verbunden, dass ich selbst zu einem Teil dieses Geschehens werde. Bilder größter Ausdrucksstärke entstehen häufig in solchen verzauberten Momenten ungestörter Konzentration.
Wildlife- oder Naturfotograf wird oft als Traumberuf bezeichnet. Den Bildern selbst sieht man meist nicht an, unter welchen extremen Bedingungen sie entstanden sind. Mitunter warte ich stundenlang in Staub und Hitze, wehre mich ohne Erfolg gegen Schwärme angriffslustiger Tsetse-Fliegen, ständig droht die Gefahr einer Malaria-Infektion und ich muss mich mit fragwürdigen hygienischen Verhältnissen abfinden. Auch die psychische Belastung des Fotografen verschwindet meist hinter seinen beeindruckenden Bildern: Angst, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein oder zu spät zu kommen, Enttäuschung darüber, eine Gelegenheit verpasst zu haben, Ärger über technische Fehler oder die Unsicherheit, das richtige Motiv gewählt zu haben. Auch die Launen der Tiere selbst und des Wetters müssen ertragen werden: Die Raubkatze blickt genau dann, wenn ich auf den Auslöser drücke, in die falsche Richtung! Eine Wolke schiebt sich gerade dann vor die Sonne, wenn die Bildkomposition ideal erscheint!
Wie viele andere Frauen, die es wagten, in von Männern dominierte Berufe einzudringen, hatte ich mit vielen Vorurteilen zu kämpfen: "Kann das eine Frau auch? Ganz alleine? Ist das nicht unverantwortlich? Das muss man nicht ernst nehmen!" Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen waren nötig, um mich als Frau in der männlichen Welt der Wildlife-Fotografie zu behaupten und durchzusetzen. Die Qualität meiner Bilder und meine Beharrlichkeit trugen dazu bei, dass meine Arbeit heute international anerkannt wird.
"Zurück nach Afrika" ist die Essenz meiner fotografischen Arbeit der vergangenen sechzehn Jahre und eine Liebeserklärung an den ungezähmten afrikanischen Kontinent. Für mich gibt es keinen schöneren Beruf als den der Wildlife-Fotografin keinen schöneren Ort, Natur zu erleben, als die Wildnis Afrikas.
Gabriela Staebler
Ein Bild und seine Geschichte
"Es war ein regnerischer Tag in Kenias Masai-Mara-Nationalreservat. Ich war mit dem Geländewagen unterwegs. Schon am Morgen entdeckte ich unter einem Busch eine Gepardin mit drei Jungen. Die Tiere schliefen. Nur die Gepardin hob hin und wieder aufmerksam ihren Kopf. Kein gutes Licht, keine Action! - Ich entschloss mich in Sichtweite abzuwarten. Während der folgenden acht Stunden verließen die Tiere ihren Standort nicht. Ich beobachtete geduldig das Geschehen: Die Jungen säugten hin und wieder, spielten und schliefen abwechselnd. Weit entfernt entdeckte ich grasende Thompson-Gazellen - des Geparden liebste Beute! Hinter mir ragte ein Termitenhügel aus dem hohen Gras, idealer Aussichtspunkt für hungrige Geparde.
Am Nachmittag kam Bewegung in die Wolkendecke - konnte ich auf Abendlicht hoffen? Mein Zelt befand sich nur wenige Kilometer weit entfernt und so beschloss ich, bis zum Einbruch der Dunkelheit abzuwarten. Geparde jagen fast ausschließlich bei Tageslicht. Wenn die Gepardmutter Beute machen wollte, würde sie es vor Einbruch der Dunkelheit versuchen. Und sie würde sich zuvor von einem erhöhten Punkt aus Übersicht verschaffen.
Der Bauch "meiner" Raubkatze war schmal. Sie musste hungrig sein! Und die Gazellen waren inzwischen näher gekommen. Ich fuhr zu dem großen Termitenhügel in Richtung der Gazellen und wählte einen Beobachtungsposten, der für ein formatfüllendes Bild der Gepardin vor störungsfreiem Hintergrund sehr gut geeignet war. Mit dem lichtstärksten und längsten Objektiv könnte ein gutes Bild enstehen. Würde sich meine Hoffnung erfüllen?
Tatsächlich! - Eine Stunde vor Sonnnenuntergang riss die Wolkendecke auf. Ich war bereit. Dann ging alles sehr schnell. Die Gepardin streckte sich und bewegte sich auf den Termitenhügel zu. Die Jungen blieben zurück. Auf ihrem Hochsitz musterte sie wie erwartet die Umgebung - ihr Blick blieb an der Gazellenherde hängen. Und Sekunden später erfüllte sich meine Hoffnung auf Abendlicht. Ein Sonnenstrahl tauchte die Raubkatze in warmes Licht, ließ ihre Augen bernsteinfarben funkeln. Vielleicht würden die Jungen irgendwann folgen. Ich hatte Glück: Plötzlich tauchte eines der Kleinen auf und nahm auf der "Bühne" neben der Mutter Platz. Obwohl ich diese Szene mit vier Bildern pro Sekunde festhalten konnte, war nur ein einziges Bild dabei, das die Gepardin mit ihrem Jungen in exakt gleicher Haltung und mit exakt gleichem Gesichtsausdruck zeigt: Die Ohren sind nach vorne gerichtet und die Augen glänzen im Abendlicht. Dieses Bild gelang nicht nur technisch perfekt, sondern war vor allem wegen des Ausdrucks rührender Ernsthaftigkeit im Gesicht des jungen Gepards, der die Mutter nachahmt, bemerkenswert.
Kurz darauf verschwand die Sonne und die Gepardin machte sich auf den Weg - in Richtung Gazellen. Als ich am nächsten Morgen wieder in der gleichen Gegend unterwegs war, traf ich auf eine Gepard-Familie mit prall gefüllten Bäuchen.
Gabriela Staebler
