Underwater Love
Die wirklich atemberaubenden Unterwasserfotografien
des Amerikaners Mark Yasenchak gehören zum faszinierendsten, was ich
als Fotokunstverleger bisher gesehen habe.
Ist nicht alles menschliche Leben zuerst im Wasser entstanden? Wasser ist
das Leben spendende Element.
Die scheinbare Schwerelosigkeit der Körper im Wasser und die magischen
Blautöne verleihen den Fotografien eine ganz besondere Poesie.
Kunstvoll und ästhetisch wurden sogar Paare beim Liebesspiel unter Wasser
fotografiert. Lust und Erotik in einer völlig neuen, aufregenden Dimension.
Matthias Reuss, Verleger
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Pressekommentare
"Yasenchaks Bilder sind
von ungeahnter Brillanz. Seine Modelle lassen das Wasser brodeln. ein sensationelles
und bis dato einmaliges Buch."
Hersfelder Zeitung
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"Atemberaubende Unterwasserfotografien. Die scheinbare
Schwerelosigkeit der Körper im Wasser und die magischen Blautöne
geben den Fotografien eine besondere, poetische Note."
Color Foto
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"Underwater Love versammelt Bilder von einer eigenwilligen
Poesie und Erotik. Das gebrochene Licht lässt die Körper unwirklich
erscheinen, man glaubt, die reduzierte Schwerkraft und die ständige Bewegung
von Fotograf und Modellen zu spüren."
Darmstädter Echo
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"Mark Yasenchak hat sein Leben ganz der Erotik unter
Wasser gewidmet. Sein erstes Buch zeigt aufregende, neue Perspektiven der
Lust, Brüste die unter Wasser wie Meeresanemonen noch oben stehen, geöffnete
Schenkel im magisch erotischen Blau der Tiefe."
Lui
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"Ein Buch das sie unbedingt haben müssen, wenn
sie einen "heißen" Strandurlaub planen..."
Newlook
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"Das konzept die erotsiche Kunst unter Wasser
zu inszenieren ist Mark Yasenchak auf sehr erfrischende Weise gelungen."
Primera Linea
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1. Vorwort des Buches
Frauen unter Wasser - ein kurzer historischer Abriss
Seit der Geburtsstunde der Fantasie haben sich Männer weibliche Körper unter Wasser vorgestellt. In ihren Visionen erscheint die im Wasser schwebende weibliche Schönheit als Nymphe, als betörende Seejungfrau oder als "Lady of the Lake" - und immer klingt dabei auch die Sehnsucht an, in den warmen, feuchten Schoß zurückzukehren, in dem alles menschliche Leben beginnt. In Sagen, Legenden und Volksgut aus aller Welt finden sich Geschichten und Bilder von diesen Unterwasserwesen im Überfluss.
Jahrhundertelang vermittelten Gemälde nur eine Ahnung davon, wie diese Kreaturen wohl aussehen mögen - mit wallendem Haar, weicher, bleicher Haut und wogenden Brüsten. Erst die Erfindung des gläsernen Aquariums im 19. Jahrhundert machte es möglich, Blicke von einer leibhaftigen Nixe zu erhaschen. Im Rahmenprogramm von Theatern und in Schaubuden auf Volksfesten wurden mutige Mädchen vorgeführt, die zwei Minuten lang den Atem anhalten und mit einem an den Beinen befestigten Stoffschwanz träge dahinpaddeln konnten. Bald danach kamen "Unterwasser-Sensationen" auf, die in Schwimmbecken mit gläsernen Sichtluken inszeniert wurden. Das Publikum sah die faszinierende Schönheit der Bewegung von Frauen unter Wasser, und das "Wasserballett" war geboren.
Die Fotografie war das erste weit verbreitete Medium,
das die schwebende Grazie und die fließenden Bewegungen von Frauen unter
Wasser dem flüchtigen Augenblick entriss. William Bebe hatte zuvor mithilfe
seines unhandlichen stählernen "Bauchschnorchels", in den eine
erstklassige Filmkamera gezwängt worden war, die Wunder der Riffs vor
den Bahamas dokumentiert. Die westliche Zivilisation der 1920er Jahre war
hingerissen und wollte immer neue packende Bilder von den "Bewohnern
der Tiefe" sehen. Und da sich Sex seit jeher gut verkauft und nackte
Frauen das allererste Sujet der Fotografie gewesen waren, dauerte es nicht
lange, bis findige Fotografen beides zusammenbrachten.
Possenhafte "Unterwasser-Striptease"-Inszenierungen
sind die ersten Beispiele einer erotische Unterwasser-Fotografie. Burlesken
und Zaubervorführungen, in deren Mittelpunkt das "Mädchen im
Becken" steht, sind auch heute noch beliebt. Selbst die Folies Bergère
zeigten vor kurzem eine Nummer, bei der ein abgerichteter Delphin seine wohlgeformte
Trainerin auszog! In den 30er Jahren begeisterte die australische Meisterschwimmerin
Annette Kellermann ganze Stadien voller Menschen mit ihren Unterwasser-Balletttänzen
und der Fähigkeit, schier endlos den Atem anzuhalten. Auch Hollywood
sprang schnell auf den Zug auf: Es begann mit Bühnenrevuen, die durch
Schwimmbecken mit Glaswänden abgelichtet wurden, und erreichte seinen
Höhepunkt mit dem Bau kompletter Unterwasserbühnen, die der tänzerischen
Grazie von Esther Williams als Kulisse dienten.
Die Akzeptanz durch das Publikum vorausgesetzt, tat sich
im Bereich der Erwachsenenunterhaltung ein noch größerer Markt
auf. Die Nackt- und Glamourfotografen der 40er und 50er Jahre waren auf alles
Neue versessen und ergriffen nur zu gern die Gelegenheit, den weiblichen Körper
so schwerelos und verletzlich wie nur möglich zur Schau zu stellen. Der
legendäre Glamourfotograf Peter Gowland schuf das großartigste
Gesamtwerk, das die weibliche Schönheit unter Wasser erkundete. Andre
De Dienes fertigte einige bemerkenswerte Fotostudien an. Die junge Disziplin
Sporttauchen ermöglichte dann einen neuen Zugang zur Unterwasserwelt.
Im Verein mit dem unersättlichen Bedürfnis von Männern, Frauen
- wo auch immer - nackt zu sehen, löste dieser neue Sport in den 60er
Jahren eine produktive Welle von Nacktfilmen aus: von Nacktschwimmen über
Nackt-Sporttauchen bis hin zu Liebespaaren beim verstohlenen nächtlichen
Nacktbad war alles zu sehen! Immer auf der Suche nach dem Einzigartigen und
Schockierenden, zeigte die Erwachsenenfilm-Branche in den 70ern und frühen
80ern gelegentlich auch Sex unter Wasser. Doch bald war der Reiz des Neuen
dahin, und Bilder von Unterwassersex wurden so selten wie Riesenkraken.
Die seriösen Versuche, Frauen im Meer und in Interaktion
mit Meerestieren zu zeigen, blieben rar und beschränken sich noch immer
auf eine schmale Sammlung von Filmen und Bildern. Derek Berwin und David Barber
veröffentlichten ein ganzes Buch, in dem beschrieben wird, wie Fotomodelle
erst trainiert und dann auf offener See fotografiert werden. Herwarth Voigtmann
dokumentierte in vielen Filmen und Fotosammlungen, wie seine Nacktmodelle
gefährliche Meerestiere fütterten und mit ihnen interagierten. David
Pilosofs Projekt "Samantha", ein Shooting in den Riffen des Roten
Meers, ist ein weiteres herausragendes Beispiel für den mutigen Versuch,
Modelle so auszubilden, dass sie nackt in der gefährlichen Umgebung des
offenen Meeres arbeiten können.
Und nun zum 21. Jahrhundert. Frauen sind aus jedem nur
erdenklichen Grund unter Wasser fotografiert worden: um Schwimmbekleidung
zu verkaufen, Mineralwasser, Haarpflegeprodukte und sogar Autos. Doch nur
wenigen bleibt es vorbehalten, die Unterwasserwelt als Bühne für
Erotika zu verwenden. Das liegt vor allem an den ungeheuren Schwierigkeiten,
dem Zeitaufwand und den Kosten, die mit der Arbeit unter Wasser verbunden
sind. Ganz zu schweigen von der Frage, wie man Modelle findet, die all die
Strapazen ertragen und dabei noch völlig gelöst und natürlich
wirken.
Worin liegt der Reiz?
Wie bei jedem anderen männlich orientierten Fetisch gibt es im Frauen-unter-Wasser-Genre
so viele Themen, Nuancen und Wünsche, wie es Anhänger gibt. Die
schwerelosfließende Anmut des Haars und Körpers; die Spannkraft
der üppigen Kurven, die die weiblichen Formen so berauschend wirken lassen;
Blasen, die von den Lippen aufsteigen und zerplatzen; die Autoerotik des angehaltenen
Atems; die Erstickungsgefahr in einer Umgebung ohne Luft; der Nervenkitzel
angesichts der hier lauernden Gefahren; Masken, Gummikleidung und mit Riemen
festgeschnallte Ausrüstung; der Rundum-Zugriff auf den Körper -
wahrhaft dreidimensional -; und nicht zuletzt einfach die Ungezogenheit, etwas
unter Wasser zu tun, wo niemand einen sehen kann! Für den unter Wasser
arbeitenden Fotografen ist das Leben ein endloser Kampf: Modelle müssen
für diese Umgebung ausgebildet werden, Kameraausrüstung wird überflutet,
Ohrenentzündungen und geschwollene rote Augen sind auszuheilen. Doch
wenn dann, selten genug, die "Jahrhundertaufnahme" gelingt, die
in der Welt der Schwerkraft außerhalb des Wassers einfach nicht machbar
gewesen wäre, hat sich alles gelohnt.
Über diese Bilder:
Ich mache bewegliche Bilder. Unter Wasser zu sein, heißt
für mich, in Bewegung zu sein. Ich denke in zeitlichen Abläufen
von Bewegungen, nicht in eingefrorenen Augenblicken. Deshalb bin ich Filmemacher.
Eine Unterwasseraufnahme ohne eine einzige Blase oder ein anderes Detail,
das zeigt, wo sie entstanden ist, lässt all mein Bemühen, in dieser
Umgebung zu arbeiten, sinnlos erscheinen. Die Bilder in dieser Sammlung sind
allerdings von einem anderen Augenpaar als dem meinen ausgewählt und
zusammengestellt worden. Und zum Glück hat dieses Augenpaar einen ausgesprochen
unverbrauchten und enthusiastischen Blick, der neue Perspektiven eröffnet
.
Matthias Reuss hat eine meisterhafte Auswahl aus Zehntausenden von Bildern getroffen, die als Dokumentation für Filmproduktionen oder als Aufnahmen bei Glamour-Shootings geschossen wurden. So entstand eine ganz neue und konzeptionelle Sicht auf die Erotika, die meine Welt ausmachen. Aus seiner eigenen Perspektive erfasst Matthias Reuss das Neue und Schockierende, die Kunst und die glücklichen Zufälle meiner um Frauen und Erotik kreisenden Fotoabenteuer. Ein atemberaubendes Erwachen für alle, die bisher keine Ahnung hatten, welche Art von Bildern unter Wasser eingefangen werden können.
Letztlich geht es in diesem Buch nicht um inszenierte
Unterwasserfotografie, sondern um konzeptionelle Kunst. Jeder mit einer wasserdichten
Kamera hätte diese Bilder schießen können, wenn er am "Ort
des Geschehens" gewesen wäre. Andererseits: Am Ort des Geschehens
zu sein, weil man derjenige ist, der ihn in Szene gesetzt hat - das ist doch
das, was zählt, oder? Konzeptionelle Kunst ist Idee, Kreation eines Ereignisses.
Die Fotografie ist der technische Dämon, der dir den Spaß verdirbt,
wenn du dort bist! Ich hoffe, dass diese Sammlung viele andere dazu anregt,
ihre Modelle nass zu machen, ihre Kameras trocken zu halten und ihre eigenen
Visionen von der Unterwasserwelt zu schaffen. Denn ich würde sie gerne
sehen.
Mark Yasenchak
2. Vorwort des Buches
Meer der Liebe
"Das große Wasser seufzt' nach Liebe"
W. B. Yeats
Kahili war das größte und kräftigste Mitglied der Gemeinschaft, die den riesigen Pool bewohnte. Über mangelnde Gesellschaft konnte er sich nicht beklagen, und er war nur selten längere Zeit allein. Dennoch schien er auch Phasen ohne Begleitung zu schätzen, hing dann meist entspannt an der Wasseroberfläche. Zugegeben, der Pool bot nicht die Bewegungsfreiheit eines Ozeans, aber man hatte sich arrangiert, und Langeweile lag nicht im Naturell der Gemeinschaft: Die Tage waren erfüllt von sportlichen Wettkämpfen, unterschiedliche Sprung- und Schwimmdisziplinen und sogar Tanz standen auf dem Programm - mit garantiert reichlicher Belohnung für gute Leistungen im nassen Element. Es mangelte auch nicht an Zeit und Gelegenheit, miteinander zu reden, und es wurde viel gelacht, über und unter Wasser. Thema Nummer eins gestenreicher Gespräche betraf die Beziehungen der Be-wohner: Liebe, Hass, Eifersucht oder gegenseitiger Respekt - und insbesondere Sex. Obwohl die meisten Mitglieder in gegengeschlechtlicher Zweierbeziehung lebten, wurden durchaus auch komplexe Partnerbeziehungen geduldet. Die weiblichen Mitglieder waren nicht unbedingt auf eine passive Rolle festgelegt, ergriffen im Liebesspiel mit männlichem Impetus gelegentlich selbst die Initiative. Das Vergnügen und die Lust an der Liebe jeder denkbaren Variante, homosexuelle Aktivitäten nicht ausgeschlossen, bestimmten den Tagesablauf der Poolbewohner nicht unwesentlich. Kahili hatte fast jeden Tag Sex, eine bewegungsintensive Betätigung von hinreißender Schönheit, in der er seine Kraft und Intelligenz voll zur Geltung bringen konnte.
Es begann mit Nachstellungen, die einer Jagd nach der auserwählten Partnerin glichen: Mit hohem Tempo glitt das Paar durch das Wasser, nebeneinander, kopfüber oder kopfunter, häufigem Richtungswechsel. Manchmal stieß Kahili auch mit dem Kopf in den gekrümmten Körper seines Liebesobjekts oder trieb die Auserwählte vor sich her, bis sie sich plötzlich der Kraft maskuliner Erregung ergab und sich sanft an die Oberfläche drücken ließ. Mit dem Bauch nach unten auf dem Wasser treibend erwartete sie das erigierte Genital Kahilis, das sich von hinten näherte und mit einer kurzen Folge von Beckenstößen in sie eindrang - und beide Partner genossen es, immer wieder ihre Körper aneinander zu reiben, die Lust der Paarung mit Ingredienzen aus einem unerschöpflichen Repertoire körperlicher Liebkosungen zu steigern.
Sex ist eine wesentliche Triebkraft der Evolution. Der Austausch und die Neukombination von Genen, die nur bei sexueller Reproduktion möglich ist, erzeugt eine Vielfalt von Individuen, die die Überlebenschancen der Nachkommenschaft deutlich verbessert. Sexuelle Selektion ist ein wichtiger Beitrag dafür, Partner zu finden und genetisch bestmöglich ausgestatteten Nachwuchs zu zeugen - so entwickelte der Mensch Spaß am Sex. In vielerlei Hinsicht gilt dies auch für den hawaiianischen Delfin Kahili, der in den 1960er Jahren Protagonist einer wissenschaftlichen Beobachtungsstudie gewesen war: Ursprung jeder Lebensform ist das Wasser, im Verlauf der Entwicklungsgeschichte entstiegen amphibische Lebewesen den Ozeanen und wandelten sich zu Säugetieren - viele Millionen Jahre später kehrten die urzeitlichen Wale, aus denen Delfiniden entstanden, als Säugetiere wieder in die Meere zurück, ausgestattet mit sonarer Telekommunikation und einem Gehirn humaner Größe.
Die Ikonographie der Liebe unter Wasser von Mark Yasenchak kann auch als delfinische Reminiszenz kreativer Sexualität intelligenter Lebewesen gesehen werden. Seine Darsteller nutzen wie die Meeressäuger die reduzierte Schwerkraft des Mediums zum Liebesspiel in allen Dimensionen des Raumes. Das Interesse des Künstlers erkundet vor allem die Schönheit des Liebesaktes unter den Bedingungen einer dem Menschen fremden Lebensumgebung. Und ihm gelangen einzigartige und faszinierende Unterwasseraufnahmen, die auch in Bezug auf ihre elementare Ästhetik künstlerische Maßstäbe setzen: Das gebrochene Licht verleiht den Körpern unter Wasser überirdischen Glanz, man kann und will sich der Direktheit dieses erotischen Treibens nicht entziehen. So haben wir Sex noch nie gesehen - ein erstaunliches Kopulationsritual, das unmittelbar an unsere im biologischen Gedächtnis verankerte evolutionäre Herkunft erinnert.
Brauchen wir wirklich noch einen künstlerischen
Vorwand für Erotik, etwa antike Fabelwesen der Meere wie Sirenen, Nereiden,
Najaden und Tritonen, die die symbolistische Bilderwelt Arnold Böcklins
bevölkern? Mark Yasenchaks vorliegende bemerkenswerte Auswahl erotischer
Unterwasserfotografie konfrontiert den Blick des Betrachters ohne Umschweife
mit manifestem Sex, unwiderstehlicher erotischer Attraktivität. Dieser
Blick mag zunächst irritieren, aber er raubt uns auch den Atem.
