Shaven Beauty Mystery
Die Fotografien im Debütwerk des jungen Künstlers Torsten Seidel entführen uns in eine mystische, romantische Welt.
Nymphen oder Lichterscheinungen gleich schweben die zarten Körper der jungen Frauen wie schwerelos im Raum. Ihre helle, weiße Haut und ihre rasierte Scham leuchten aus dem Dunkel und erzählen uns geheimnisvolle Geschichten.
Ein außergewöhnlicher Fotoband voll kultischer Anspielungen und magischer Erotik.
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Pressekommentare
Die leuchtend weiße Haut der rasierten Modelle im Kontrast zu Bildkompositionen, die dem Auge mehr abverlangen als ein Drüberhuschen. Torsten Seidels Welt ist eine magische, geheimnisvolle die entdeckt werden will. (HERSFELDER ZEITUNG, Deutschland)
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Nackt und enthaart präsentiert uns Torsten Seidel seine Modelle. Er entführt uns in eine traumhafte Welt fast wie in Alices Wunderland. Die Mädchen haben Blumen auf der Haut, oder sitzen verträumt am Ufer eines Sees und blicken auf ihr Spiegelbild. Diese Szenen bringt er bewußt in Kontrast zu Sinnbildern der Vergänglichkeit, des Todes. Man denkt unwillkürlich an das berühmte Lied von Lou Reed Take a walk on the wild side. Wirklich ein wundervolles Buch! (UNION, Frankreich)
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Shaven Beauty Mystery von Torsten Seidel enthält mädchenhafte (ein Eindruck, der nicht nur durch die Intimrasur hervorgerufen wird) Frauen, dargestellt in schönen schwarz-weiß Fotografien, oft in der freien Natur aufgenommen. Häufig ist der Blick der Kamera abgewandt, aber das verstärkt nur den mystischen, nymphenhaften Ausdruck der Modelle. Schöne Körper, perfekt der Umgebung angepaßt. (SCHLAGZEILEN, Deutschland)
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Eine seltsame, romantische Mischung aus Eros und Tantalos, in gothischem Ambiente. Die jungen, rasierten Modelle sind nymphenhaft oder wie bleiche Fantome. Ein weiteres exzellentes Buch in der Edition Reuss! (GENEREUX, Frankreich)
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Vorwort des Buches
PANORAMA DER DÜSTERKEIT
Ein Labyrinth aus Steinen, von Schatten genährt, von Ritualgespinsten
entwöhnt, und im vergänglichen Dämmerlicht Haufen von einstürzendem
Mauerwerk - das ist der Familiensitz ihrer Vorfahren. In diese sich verdunkelnde
Umgebung eingehüllt, schmollt ein düsteres, eingefallenes Haus,
das sich unter großen, schattigen Bäumen duckt. Kein Lichtschimmer
in den anonymen Fenstern. Es gibt auch Statuen aus feinstem Marmor, deren
schlanke und schwitzende Glieder in einem brütenden Halbschatten des
Lichts gebadet sind. Die roh behauenen Zuschauer winken lockend. Aber ihre
Absicht ist eine andere.
Hinter den Steinen wartet ein sich in einer Reihe von gottverlassenen Silhouetten
ausbreitender Garten. Sie schlendert durch seine immer dunkler werdenden Schatten.
Groß und etwas verwahrlost, ist dieser düstere Platz in einen prächtigen
Teppich aus süß duftenden Hyazinthen und anderen Frühlingsblumen
eingehüllt. Die zahlreichen Flieder-, Liguster- und Holundersträucher
bilden gestreifte Lauben, und hinter den uralten Obstbäumen durchdringen
mächtige Eschen- und Erlenbestände die dämmrige Nacht. Der
Rasen ist eine samtene Hülle, die Blumenbeete sind sich selbst überlassen.
Eine pechschwarze Stiege mit steinernen Stufen führt zu einer großen,
flachen Terrasse hinauf, die ein schuldbeladenes Panorama von einer sich ausbreitenden
Düsterkeit bietet. Halbdunkle, dumpfige Ecken verbergen geheime Handlungen.
Ein Stapel wohlriechendes Brennholz, zweifellos Tanne oder Birke, verrät
kein vor Aufregung bebendes Geschöpf. Und zwischen den brütenden
Hecken späht sie versteckte Torwege und Alkoven aus. Denn hier bieten
sich reichlich Möglichkeiten, behagliche Winkel und einsame Schlupfwinkel
zu erkunden. Sie steht auf dem breiten Balkon und blickt flüchtig auf
den Hof hinunter, der mit wilden Weinstöcken bedeckt ist. Sie wachsen
so dicht, dass Vögel ihre Nester dort gebaut haben, die tief in diese
feuchte Wiese eingebettet sind. Es gibt keinen Mond, nur ein paar Sterne lassen
die Stille widerhallen. Der umliegende Grund ist mit seidenem und ziemlich
aschfahlem Gras bedeckt. Grobe Felsbrocken liegen verstreut herum, und wilde
Farne treiben fraktale Wedel in einen gezackten Himmel.
Eine Hand ruht, schlaff, abwartend, erwartungsvoll. Geschmückt in einem
sich ausbreitenden Blatt aus leuchtender Farbe - ganz anders als die Tarnung
Adams - blickt sie verstohlen um sich. Bis sie ihren Platz zwischen finsteren
Statuetten besetzt, nimmt sie, schier den Verstand verlierend, Abschied von
diesem mystischen Ort. Am Seerosenteich spitzt sie die Lippen zum Kuss, während
sie sich als umgedrehtes Kreuz widerspiegelt. Noch nicht eingesperrt, schmachtet
eine Gestalt auf Ast und Zweig, die Formen der Schöpfung annimmt und
ihre Kurven denen der Natur anpasst. Mit einem Schädel in der Hand erheben
dann einst verbotene Andeutungen von Sterblichkeit ihre spektrale Gestalt,
in der sie kauern wird. Die Unschuld ist schließlich wiedererlangt.
Dies ist wenigstens eine mögliche Deutung der geheimnisvollen Geschichte,
die Torsten Seidel hier erzählt, dessen Fotografien voll kultischer Anspielungen
sind. Seine Bilder zollen einer bestimmten gotischen Ausdrucksweise gelegentliche
Anerkennung und werden als gebrochene Tabus auf Flügeln getragen, durchdrungen
durch die religiöse Eingebung.
Robert Anthony
