Crazy Sexy Girls -
Limited Gold Edition
Ja, die Mädchen! Das ist das erste was jedem Betrachter dieses ungewöhnlichen Fotobandes auffällt: Die lettischen Mädchen sind anders.
Mit lockerem Lachen im Gesicht geniessen sie sichtlich die erotischen Fotosessions. Es geht u.a. mit acht nackten Girls in einem alten Bus durch die Strassen von Riga.
Alle hatten ihren Spass dabei, das ungläubige Publikum, die eifrig posierenden Damen und vor allem der Fotograf!
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Pressekommentare
In den Bildern des Fotografen Ralf Vulis und seinen Mädchen aus Riga erlebt man eine Verbindung aus frischem Jungmädchencharme und sinnlicher Ausstrahlung, die man so noch nicht gesehen hat. (PENTHOUSE, Deutschland)
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Die fotografierten Lettinnen recken nicht nur ihren Po in die Kamera, und das alles tun sie mit einem so unverschämt frischen Lächeln, dass es einen fast umhaut. (UNION, Frankreich)
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Super erotisch und super lustig! (NU, Italien)
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Den Reiz der Bilder macht die Kombination aus Motiven mit weit gespreizten Beinen und den gleichzeitig ganz unbeschwert, selbstverständlich dreinblickenden Modellen aus.
(MOON, Deutschland)
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Vorwort des Buches
Interview von Matthias Reuss mit Ralf
Vulis Januar 1997, Riga
Matthias Reuss: Was mir von Anfang spontan an deinen Fotos gefiel, war das schon fast unverschämt offene Lachen deiner jungen Modelle.
Ralf Vulis: Nur das offenherzige Lachen...
Naja, wohl auch die Art der Girls jeden Quadratzentimeter ihres Körper vor deiner Kamera zu zeigen und dabei trotzdem vollkommen natürlich und unbefangen zu bleiben. Das hat mich ehrlich beeindruckt!
Für mich klingt das wie die Erinnerung an eine längst verlorene Welt oder Unschuld?
Da hast du gar nicht so Unrecht. Diese intensive, ungestellte Fröhlichkeit kannst du in der westlichen Akt-,und Erotikfotografie nur noch sehr selten finden.
Es freut mich zu hören, daß meine Modelle etwas besonderes für euch sind, ich war immer von ihrem einzigartigen Charme angetan und überzeugt.
Jetzt mußt du mir aber auch verraten wie du es schaffst, daß deine Modelle bei den Aufnahmen so locker bleiben?
Ganz einfach, sobald sie mein Studio betreten, amüsieren sie sich über das unmögliche Chaos, das darin herrscht. Meine Mädchen fühlen sich dort frei und ungezwungen. Genauso ist es, wenn wir Aufnahmen im Freien machen.
Lehnst du also kühle, bis ins letzte Detail inszenierte Erotikfotografie, z.B. wie in den Fotos eines Helmut Newton ab?
Ich denke, es ist ein anderes Lebensgefühl, das er mit seiner Fotografie zum Ausdruck bringt. Ich schätze seine Arbeiten, aber irgendwie bleiben sie mir fremd.
Gibt es andere zeitgenössische Fotografen, die dir näher sind?
Ich war mittlerweile mehrmals in Paris und New York. Was ich dort beobachtet habe ist, daß sich auch in der €sthetik westlicher Fotografie im Moment einiges verändert, weg von der glatten, kühlen €sthetik, hin zu einer sehr lebensnahen, mehr reportageartigen Darstellung. In Paris sind mir z.B. die Bücher des französischen Fotografen Jonvelle aufgefallen.
Waren es seine fotografischen Geschichten, die dich ansprachen?
Ja klar! Er begleitet seine Modelle in allen möglichen Lebenssituationen mit seiner Kamera und drückt im richtigen Moment ab. Man spürt dieses heimliche Einverständnis zwischen Fotograf und Modell und die Bereitschaft sich vollkommen auf einander einzulassen. Fasziniert und irritiert zugleich haben mich hingegen die Bilder des japanischen Fotografen Araki.
Warum irritiert?
Das hat wohl mit meiner eigenen und der Geschichte Lettlands zu tun. Noch 1990
war es fast unmöglich erotische Fotografie zu machen, oder in ein Land außerhalb
der Sowjetunion zu reisen!? Da hast du natürlich einen riesigen Nachholbedarf. Du entdeckst viele neue, teilweise sehr extreme Sachen. Also irritiert hat mich anfangs vor allem die Brutalität in vielen Fotos Arakis, aber auch bei anderen Fotografen.
Du meinst diese ganzen trendy Sadomaso-Sachen, Bondage, Piercing und so weiter?
Genau. Witzig hingegen fand ich den spontanen Ausdruck in Arakis Fotos und seine Suche nach einer gewissen Antiästhetik. Insofern sind wir doch gar nicht so weit von einander entfernt, allerdings bin ich mit Sicherheit weniger kommerziell.
Reizt es dich nicht auch mal, etwas "härtere" Fotos zu machen?
Im Moment nicht, aber ich denke dazu braucht man auch die entsprechenden
Modelle. In Lettland gibt es noch nicht diese ganze S/M Szene, wie im Westen. Für mich liegt der größte Reiz in der Erotikfotografie darin, die unbeschwerte Fröhlichkeit unserer lettischen Mädchen zu porträtieren und festzuhalten, solange es sie noch gibt.
War Aktfotografie in der Sowjetunion verboten?
Offiziell war alles verboten, was nicht der Doktrin der kommunistischen Partei entsprach. Die Fotografie im allgemeinen kam schon 1842 mit einer Ausstellung von Daguerrotypien nach Riga. Mitte des 18. Jhd. eröffnete der erste Fotoladen.
Sind von den fotografischen Anfängen in Lettland auch erotische Werke erhalten?
In Lettland sind keine erotischen Daguerrotypien bekannt, aber wie ich meine Kollegen einschätze, wurden bestimmt welche gemacht. Wer weiß, vielleicht schlummern sie in irgendwelchen geheimen Archiven in Moskau...
Aus welcher Zeit sind die ersten Aktfotografien in Lettland erhalten?
Im Fotomuseum in Riga kann man einige ziemlich zurückhaltende, klassische Aktfotografien, die Anfang des 20.Jhd. entstanden sind, anschauen. Das Museum ist übrigens wirklich sehr schön gestaltet und lohnt einen Besuch.
Wann ging es denn in Lettland richtig los mit der Aktfotografie?
Der Pionier der lettischen Aktfotografie ist Gunar Binde, der Ende der 60er Jahre langsam aber stetig daran arbeitete, öffentlichen Raum für die künstlerische Aktfotografie zu schaffen. Dazu gehörten auch immer wieder endlose Diskussionen und Verhandlungen mit Behörden und Funktionären der Partei.
War Aktfotografie in der Zeit sowjetischer Besetzung nicht ein sehr riskantes Unterfangen?
Klar, aber auch Kommunisten sind Männer, du verstehst, was ich meine. Wenn man aber den schmalen Pfad, der den Künstlern mit viel Argwohn zugestanden wurde, verließ, konnte das sofort üble Folgen haben - Verlust der Arbeit, Gefängnis usw.
Zum Stalinismus-Leninismus hast du ja deine ganz eigene Interpretation?
Du spielst wohl auf meine Fotos mit den zwei Büsten an?
Eine interessante Variante der Geschichtsdarstellung, wenn ich mir das so mit Hitler oder Mussolini vorstelle?
Man könnte eine weltumspannende Serie machen!?
Ein wirklich großer Gedanke! Wann hast du mit dem Fotografieren angefangen?
Wenn ich mich recht entsinne, war ich etwa 23, als ich den ersten Versuch startete. Ich hatte mir eine Kamera geliehen, irgend so ein billiges russisches Teil, kaufte mir zwei Filme und fuhr ans Meer.
Was waren deine ersten Sujets?
Fette Leute und Mädchen.
Eine komische Mischung, findest du nicht?
†berhaupt nicht! Das Leben ist oft komisch, das findet sich eben auch in meinen Arbeiten wieder. Ich habe immer großen Spaß dabei, mit den Modellen zu arbeiten.
Haben sich die Girls damals schon für dich ausgezogen?
Das kam viel später. Ich erinnere mich noch genau, als ich das erste Mal ein Modell gefunden hatte - es war ein Drama!
Wollte sie sich dann doch nicht ausziehen?
Im Gegenteil, aber zuerst mußte ich sie angezogen fotografieren, dann wollte sie sich ausziehen. Ich war furchtbar aufgeregt und meine Hände zitterten so stark, daß ich beim Einlegen des zweiten Films dessen Perforation zerstörte. Leider hatte ich nur zwei Filme und so war die erste Session beendet.
Das war ja wirklich tragisch! Echt crazy finde ich übrigens die Serie mit dem alten Trolleybus!
Oh Gott, wenn ich nur daran denke. Also da hatte ich das erste Mal etwas Bammel.
Aber du hast die Aufnahmen doch nicht mitten in der Stadt gemacht?
Nicht ganz. Wir fuhren zwar in der Stadtmitte los, doch schließlich ging es über eine Brücke des Daugavaflusses stadtauswärts. Nur - schon auf der Brücke begannen die Mädchen sich Blusen und BH's auszuziehen, um sich winkend und mit den Brüsten wippend an die Fenster zu postieren. Den Typen, die in ihren alten Ladas neben dem Trolleybus herfuhren, fielen fast die Augen raus, wahrscheinlich dachten sie, sie wären im siebten Himmel. Die Mädchen hatten ihren Spaß dabei, aber ich sah schon quietschende Reifen, Auffahrunfälle und Polizei vor mir! Die Girls sind wirklich crazy!!
Ist es schwierig für dich, in Lettland bzw. Riga geeignete Modelle zu finden?
Nein, meine Modelle lerne ich in Cafes, Bars, Discotheken, auf der Straße, einfach überall kennen. Wenn du einmal den Anfang gemacht hast, entwickelt sich das von alleine, dann bringen sie noch ihre Freundin mit und die hat auch wieder Freundinnen usw. Außerdem orientiert sich heute der Lebensstil der jungen Leute in Riga stark am Westen, wobei ich glaube, daß die Mädchen hier noch natürlicher und trotzdem freizügiger sind, weil sie endlich die Freiheit haben, das tun zu können was sie wollen.
Welches Verhältnis hast du zu deinen Modellen?
Wir sind gute Freunde und ich denke, selbst wenn ich mal 60 Jahre bin, werden wir bei einer Flasche Rotwein zusammensitzen, die Fotos ansehen und unseren Spaß dabei haben.
